Montag, 23. Januar 2012
Ein Aquarium im Büro? Ja, unbedingt!
Manche Dinge haben die Gabe, einen sofort aus der Realität des Alltags herauszukatapultieren, so ähnlich wie vielleicht eine Zeitmaschine funktioniert. Seit kurzem betrete ich mein Büro und sofort verliert das Gefühl des Alltags an Schwere! Auf der Kommode neben Broschüren und Büchern thront jetzt ein Aquarium. Wahnsinn, dieser unscheinbare, glasklare Quader - wie ein Objekt der Anbetung steht er da, ein Stück lebendige Natur, inmitten meiner sonst so sterilen Bürohölle, ich habe mich sofort verliebt!

Ich verstehe nun, was es mit Meditation auf sich hat. Wenn ich mein Aquarium bestaune, dann gelingt es mir, für einen kurzen Moment völlig gedankenleer zu werden. Wenn ich die Fische betrachte, wie sie so selbstgenügsam ihre Runden drehen, dann lässt mich das zur Ruhe kommen wie sonst kaum etwas. Ich beobachte, wie die farbenprächtigen Neonbarsche und Goldfische mit ihren Schleierschwänzen durch das kühle Nichts schweben, und komme zur Ruhe und Besinnung. Ich beobachte ihr Treiben im Aquarium und sie verbreiten eine stille Vergnügtheit und Ausgeglichenheit in mir, die ihresgleichen sucht. Manche wunderhübsch, manche skurril und niedlich, einige ganz schön frech. Ohne viel Aufhebens schaffen sie es, mich binnen Sekunden in einen Zustand totaler Gelassenheit und Konzentration zu versetzen.

Aus Dankbarkeit habe ich ihr neues Zuhause wie ein kleines Kunstwerk dekoriert, sie sollen sich ja wohl fühlen. Ein leuchtend grüner Algenteppich schimmert durch die unterschiedlich großen Wasserpflanzen hindurch, ein Dutzend weißer Muscheln vom letzten Ostseeurlaub kontrastiert toll mit den großen blassrosa Blüten einer "Aciotis acuminifolia", die kleinen Fische treiben durch sie hindurch - und ich staune und tanke auf.